The End of the Chase

10. August – 15. September 2018
Nicholas Crombach: The End of the Chase
Art Mûr Berlin

Nicholas Crombach interessiert sich für die komplexe Wechselwirkung zwischen Mensch und Tier. Anhand von Sport und Jagd, beides langjährige Traditionen in kontradiktorischer und kollaborativer Beziehung zwischen Mensch und Tier, untersucht Crombach die kulturelle Bedeutung und die komplexen Fragen, die Domestikation, Spiel und Überleben im 21. Jahrhundert durchdringen.

Mit einer eindrucksvollen Ästhetik verbindet Crombach Referenzen zur Mythologie und schafft so Werke, die gleichzeitig Widersprüche und Kontraste beinhalten. Der Künstler schöpft aus dem Mythos von Diana und Aktaion, der den Rahmen für diese neue Serie bildet. In Ovids Geschichte ist Aktaion, ein Jäger und Enkel von König Kadmos, mit seinen Hunden unterwegs im Wald, als er Artemis (Diana), die verehrte Göttin der Jagd, in ihrem Bad mit ihren Nymphen ausspäht. Verstört von der aufdringlichen Neugier Aktaions versuchen die Nymphen Dianas Scham zu verdecken. Diana spritzt Wasser auf Aktaion, raubt ihm damit seine Fähigkeit zu sprechen und verwandelt ihn von einem sterblichen Mann in einen Hirsch, der in den Wald flieht, nur um schliesslich von seinen eigenen Hunden gejagt und getötet zu werden. Der Jäger wird zum Gejagten.

Auch Crombachs Arbeit Fetch (2018) bezieht sich auf die Mythologie von Diana und Aktaion in ihrer letzten tragischen Stunde, jedoch wird diese klassische Geschichte der Metamorphosen als ein Fangspiel im Stadtpark präsentiert. Crombach schafft ein Hybrid aus kunsthistorischen, farblich zurückgenommenen Bildern von Jagdhunden und den synthetischen Materialien und krellen Farben moderner Hundekauspielzeuge. Diese Skulptur wird neben einer Vielzahl von Kauspielzeugen präsentiert, die als Index für die Interpretation der Werke dienen. Diese wurden teilweise aus Porzellan hergestellt und mit typischen aristokratischen Jagdmotiven antiker englischer Keramik versehen. Die Installation erzeugt eine Spannung durch Gegenüberstellung traditioneller aristokratischer visueller Kultur und dem Zusammenbruch der Jagd als Institution in Verbindung von Kaupielzeugen als Ersatzköder.